KTG-Minden

Gewalt PDF Drucken E-Mail
  
Montag, den 08. September 2008 um 14:14 Uhr

Eltern

Gewalt an den Schulen - Gewalt an unserer Schule

Das Thema findet sich auf den ersten Seiten der Tageszeitungen ebenso wie in pädagogischen Fachzeitschriften. Verschweigen und Beschwichtigen bringen keine Lösung, auch eine Beschreibung des Sachverhalts als "gesellschaftliches Problem" ist wenig hilfreich in der konkreten Situation. Um so wichtiger ist der Versuch, sich dieser pädagogischen Kernfrage - hier aus der Sicht der Eltern - zu stellen und nach aktiven Handlungsmöglichkeiten zu suchen.

Auch an der KTG kommt es leider zu gewaltförmigen Auseinandersetzungen zwischen SchülerInnen. Wir Eltern haben z.Zt. keine Anhaltspunkte dafür, daß dieses ernstzunehmende Problem größer oder geringer als an anderen Schulen ist.

Wir Eltern erwarten, dass gleichwohl dieses Problem ernst genommen wird: von allen SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. Jede einzelne Gewaltanwendung ist eine zu viel.

Insbesondere von den LehrerInnen erwarten wir, dass die einzelnen Vorkommnisse wahr- und ernstgenommen sowie pädagogisch aufgearbeitet werden - ohne Dramatisierung und ohne Bagatellisierung.

Von den SchülerInnen erwarten wir, daß sie bei gewaltförmigen Auseinandersetzungen nicht weggucken, sondern verhindernd bzw. schlichtend eingreifen, daß sie Vorkommnisse LehrerInnen und/oder Eltern mitteilen.

Von uns Eltern erwarten wir eine Selbstverständlichkeit: dass wir positiv auf unsere Kinder einwirken - einerseits selber auf Gewalt zu verzichten und andererseits sich bei gewaltförmigen Auseinandersetzungen schlichtend "einzumischen". Aber auch, sich uns bzw. LehrerInnen anzuvertrauen, als "Opfer', "Zeuginnen/ Zeugen" oder "TäterInnen".

Von der Schule erwarten wir:

  • dass das Thema gewaltförmige Auseinandersetzungen regelmäßig problematisiert wird: in Konferenzen, (schulinternen) Fortbildungen, Projekten und natürlich im Unterricht; in verschiedenen Fächern, in allen Klassen und Jahrgangsstufen; und der Schulpflegschaft jährlich über diese Aktivitäten zu berichten;
  • dass institutionalisierte Anlaufstellen geschaffen werden (z.B. SozialarbeiterInnen, SVLehrerInnen, BeratungslehrerInnen), an die sich Betroffene aber auch "Zeuginnen/Zeugen" wenden können;
  • dass im Falle einer bekanntgewordenen gewaltförmigen Auseinandersetzung umgehend die Eltern der betroffenen SchülerInnen informiert werden;
  • dass weiterhin unverzüglich Gespräche mit den betroffenen SchülerInnen geführt werden, bei denen es zuvörderst nicht um quasi "strafrechtliche" Ermittlung/Aufklärung geht, sondern entscheidend darum, Ängste / Aggressionen zwischen den Beteiligten abzubauen, Ursachen aufzudecken / Verhaltensänderungen herbeizuführen, um möglichst eine "Aussöhnung" zwischen den Beteiligten zu erreichen (ob diese Gespräche zusammen mit den Eltern der beteiligten SchülerInnen geführt werden, ist zu überlegen und kann möglicherweise nicht grundsätzlich entschieden werden).
  • Den Eltern schlagen wir vor, so weit wie möglich von zivil- und strafrechtlichen Schritten Abstand zu nehmen und zunächst eine Aufarbeitung, aber auch einen Ausgleich, innerhalb der Schulgemeinde anzustreben (ob Eltern "privat", d.h. ohne Vermittlung und Anwesenheit von LehrerInnen und/oder "neutralen"Eltern aufeinander zu gehen sollten, kann wahrscheinlich auch nicht grundsätzlich entschieden werden).

Darüber sollten sich alle einig sein:

  • Wenn schon nicht die Gesellschaft, dann sollte wenigstens die KTG eine "waffenfreie Zone" sein.
  • Dies zu erreichen, erfordert die aktive Unterstützung und den offensiven Umgang mit diesem Problem seitens aller SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern.

aus: Thesen zum Thema "Gewalt in der Schule", Tischvorlage von Bernd Brüntrup

Aktualisiert ( Montag, den 08. September 2008 um 14:20 Uhr )