| Herr Müller ist Fan |
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| Montag, den 08. September 2008 um 14:21 Uhr | |
ElternHerr Müller macht sich Gedanken - über sein Engagement in der SchuleHerr Müller ist Fan. Fan der Gesamtschule. Genauer: der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule. Herr Müller hat Termine. Nein - nicht im Verein. In der Schule.
Herr Müller ärgert sich. Über seinen Beruf - und seine sonstigen Verpflichtungen. Die nehmen viel Zeit in Anspruch. Zeit, die ihm für seine Aktivitäten zugunsten der Gesamtschule fehlen. Schließlich könnte er ja vormittags im Medienzentrum mitwirken. Oder eine Arbeitsgemeinschaft anbieten. Theaterspielen zum Beispiel, war er doch jahrelang Mitglied der Freilichtbühne - und sowas prägt. Außerdem ist der Klassenraum seines Sohnes zu renovieren. Und Achim braucht Hilfe bei der nächsten Kanuregatta am Großen Weserbogen. Und nach Grodno möchte er auch gerne mit, zumal vor einigen Wochen ein Schüler aus Grodno Gast in seiner Familie war, Und nächste Woche tagt der Förderverein. Manfred sucht einen neuen Schriftführer. Eddy darf er nicht vergessen: mit Elternhilfe soll ein Kellerraum zu einer Disco umgewandelt werden - schalldicht, versteht sich. Für "schalldicht" hat Herr Müller Verständnis. Spielt sein Sohn doch in der Schulband. Schlagzeug. Wenn er an die Übungsstunden zu Hause denkt... Herr Müller stöhnt. Über die viele Arbeit und die wenige Zeit. Letztlich steht das Sommerfest vor der Tür. Da ist mit einigen Eltern ein lnfostand vorzubereiten. Thema: Elternmitarbeit in der Gesamtschule - genauer: der Kurt-Tucholsky- Gesamtschule... Herr Müller hat eine Idee: zur nächsten Schulkonferenz wird er einen Antrag einbringen. Einen Antrag auf Einstellung eines hauptberuflichen Elternvertreters. Bezahlt nach BAT IV oder A 12 oder so . . . Und um diese Stelle wird er sich bewerben. Damit er endlich mehr Zeit hat, sich intensiver in die Konfliktbereinigungsgespräche zwischen Schulleitung und Schulpflegschaft einzuklinken. Oder um zu lernen, den Wust der Gesetze und Erlasse im Interesse der Schüler zu interpretieren. Und er endlich seinen Wahlspruch leben kann, der da lautet: "Schule ist viel zu wichtig, um sie Lehrern allein zu überlassen". (V-erdichtet von Klaus Kolbe) |
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