Wer war der Täter,
oder wie viel DNA vom Neandertaler steckt in unserer DNA?
Diese Fragen haben eins gemeinsam: Für ihre Klärung wird die laut Dr. Knut Jahreis, Leiter des Schülerlabors „Explain-OS“, wichtigste molekulargenetische Methode, die Polymerasekettenreaktion (PCR), durchgeführt. So können kleinste zelluläre Spuren an einem Tatort oder geringste DNA-Mengen aus fossilen Neandertalerknochen millionenfach vervielfältigt werden, um im Anschluss genauer untersucht zu werden und den sogenannten genetischen Fingerabdruck zu liefern.
Um diese gentechnischen Methoden, die in vielen Labors zum Standardprogramm gehören, in der Praxis kennen zu lernen, reisten die beiden Leistungskurse Biologie des Jahrgangs 12, sowie einige Schüler aus dem Biologie Grundkurs mit den LK-Lehrerinnen Frau Tanneberg-Griese und Frau Lüters nach Osnabrück ins Schülerlabor der Universität Osnabrück. Einige Schüler aus Jahrgang 11 waren auch dabei und nutzten die Veranstaltung zur Orientierung in Bezug auf die anstehende Leistungskurswahl.
Nach einem sehr interessanten und lehrreichen Einstiegsvortrag von Herrn Dr. Jahreis ging es ins Labor, um einen vermeintlichen Täter anhand seines genetischen Fingerabdrucks zu überführen. Die Schüler übten sich im Umgang mit Mikropipetten, um kleinste Mengen im Mikroliterbereich zu pipettieren, dies war notwendig, um die einzelnen Komponenten für die PCR zusammenzustellen. Nachdem die DNA Spuren vervielfältig waren, wurden sie diese anhand der Gelelektrophorese analysiert und sichtbar gemacht. Die Überraschung war bei einigen Schülern recht groß, als festgestellt wurde, dass die Herstellung des Agarosegels viele Gemeinsamkeiten mit dem Kochen von Wackelpudding hat und auch die Konsistenz beider Stoffe recht ähnlich ist.
Nach Einschätzung von Schülern und Lehrern war der Kurs sehr gut geeignet, um das abstrakte Lehrbuchwissen, das auch zu den Schwerpunktthemen im Zentralabitur zählt, in einem gut ausgestatteten Labor praktisch zu erfahren und anzuwenden. Ebenso war es interessant, die Arbeitswelt und die Persönlichkeit von „echten“ Wissenschaftlern kennen zu lernen und so auch einen Einblick in ein mögliches Berufs- oder Studienfeld zu gewinnen.
Einen Neandertaler hingegen haben wir nicht kennen gelernt, dies ist aber offensichtlich unseren Vorfahren gelungen, denn Studien auf Basis der PCR haben ergeben, dass die DNA des modernen Menschen einen Anteil von 2-3 % Neandertaler-DNA enthält und es folglich zu Kreuzungen zwischen diesen beiden Gattungen gekommen sein muss.
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Herstellung des Agarosegels
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Einbringen der Proben in die Geltaschen
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