Tucholsky hätte seine Freude gehabt
KTG-Schüler Piet Bäumer siegt beim Mindener Poetry-Schulslam
Was sich im Viertelfinale des Schulslams bereits auf breiter Ebene andeutete, wurde im weiteren Verlauf des literarischen Wettkampfes eindrucksvoll bestätigt. Unter den vier teilnehmenden Schulen, die jeweils drei Schüler ins Rennen schickten, ging der KTG-Schüler Piet Bäumer als Gesamtsieger hervor.
Im bis auf den letzten Platz gefüllten Mindener Bürgerzentrum wurde schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt deutlich, dass seitens des Literaturkurses der KTG eine gute Vorauswahl getroffen worden war. So erreichte das Team der KTG, bestehend aus Julia Paar, Piet Bäumer sowie Moses Mc Dermid, bereits im Viertelfinale die insgesamt höchste Punktzahl der vier teilnehmenden Mindener Schulen.
Nachdem sich die drei Schüler in einem kursinternen Auswahlverfahren im Vorfeld des Slams hatten durchsetzen und sie damit im „geschützten“ Raum ihre Slammerqualitäten hatten beweisen können, wussten sie auch in der öffentlichen Abendveranstaltung die kritische Jury zu überzeugen. Dass dieses nicht ohne eine gehörige Portion Lampenfieber vonstatten ging, war ihren Auftritten allerdings kaum anzumerken. Während sich ihre Texte vor allem durch phantasievolle Inhalte abseits des Mainstreams, hintergründigen Witz sowie ein hohes Maß an Authentizität auszeichneten und auch sprachlich überzeugen konnten, geriet auch die Vortragsgestaltung – die Texte wurden in weiten Teilen auswendig vorgetragen - zu einem eindrucksvollen Erlebnis für das anwesende Publikum.
In das anschließende Halbfinale konnte von den teilnehmen Schulen, zu denen neben der KTG das Bessel- und Portagymnasium sowie das Leo-Sympher-Kolleg zählten, lediglich der jeweils Punktbeste einziehen. Dies bedeutete das frühzeitige Aus für Julia und Moses, obwohl beide mit der erreichten Punktzahl im obersten Drittel des gesamten Teilnehmerfeldes angesiedelt waren. So lag es nunmehr an Piet, das Halbfinale für die KTG zu überstehen, was ihm wiederum souverän mit der höchstvergebenen Punktzahl, nämlich 48 von 50 Punkten, gelang. Im Finale musste sich Piet dann der weiblichen Konkurrenz des Portagymnasiums stellen. Fast wäre ihm dabei das Zeitlimit von 5 Minuten zum Verhängnis geworden, da er seinen Text nicht zu Ende vortragen konnte. Nunmehr war es das gesamte anwesende Publikum, das als Jury fungierte und das die Qualität seines Textes erkannte, sodass er erneut die meisten Punkte auf sich vereinen konnte.
Piet durfte die Bühne nicht eher verlassen, bis er auch den Schluss seiner spannenden Geschichte vorgetragen hatte. Diese „Zugabe“ sei, so der moderierende Slam-Master Peter Küstermann, einmalig in der Geschichte des Slams. Niemals zuvor habe es einen derartigen Wunsch des Publikums gegeben.
Letzterer sollte jedoch Bestätigung und zugleich Aufforderung zur weiteren Teilnahme von KTG-Schülern am Schulslam sein. Der Siegerpokal sollte im nächsten Jahr verteidigt werden.
hier geht es zum Mitschnitt von Trend-TV
hier geht es zum Bericht des Mindener Tageblattes
|