| Tucho-Rap von Rene Wiese |
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| Freitag, den 03. April 2009 um 08:31 Uhr | |
Der Tucho-Rap von Rene Wiesehier hören: Augen in der Großstadt
Der Lehrer fragt Dich, ob Du Dir vorstellen kannst, ein Gedicht von Tucholsky, das im Unterricht besprochen wurde, zu vertonen. Was bewirkt diese Anfrage? Welche Handlungen löst sie aus?
Ich habe als erstes gedacht, das wird nicht klappen, aber dann habe ich es einfach versucht und es hat geklappt. Also, man kann aus solchen Texte auch ein Rap machen.
Wie ging die Arbeit am Text los?
Ich habe als erstes ein paar Zeilen und Reime zusammen gestellt, so dass das alles einen Sinn ergibt, sich gut anhört. Natürlich soll es sich dabei auch wie eine kleine Geschichte anhören, aber es muss darin auch ein Refrain sein, damit mehr Power rein kommt.
Und wie ging‘s dann weiter? Erzähl bitte etwas über Planung, Ablauf, Krisen, Helfer, Zeit, Werkzeuge?
Wenn ich einen Rap schreibe, geht es erst darum, mein Ziel zu erreichen: gut zu werden und berühmt zu werden.
Aber es gehören von Anfang auch die Werkzeuge dazu, der passende Beat und Melodie und natürlich der Text.
Es gehören auch Krisen dazu, wenn ich z.B. keinen passenden Beat (Melodie) finde, klappt fast alles nicht, dann kommt es einen so vor, als ob alles zusammenbricht.
Die Unterstützung in der Produktion ist dabei sehr wichtig, wenn ich meine Helfer (Moses und Joshi) nicht hätte, dann wäre ich wahrscheinlich nicht soweit gekommen.
Das wichtigste bei der Produktion ist, dass viel Arbeit und Mühe dahinter steckt. Man sollte sich damit Zeit lassen, aber natürlich auch nicht zuviel Zeit. Bei mir dauert die Produktion eines Rap mit der Aufnahme und dem Zusammenstellen des Beats und der Melodie so ca. eine bis zwei Wochen.
Man braucht dazu auch die richtigen Werkzeuge: Das sind z.B. ein Mikrofon, der PC, die nötigen Programme (Magix Music Maker, E-jay, Reson), Klavier/Keyboard – der Mund und der Kopf sind vor allem wichtig. Wenn man das alles hat und gut damit umgehen kann, dann hast du eigentlich schon gewonnen.
Kannst Du beschreiben, was Du vor der Bearbeitung von dem Gedicht gehalten hast?
Ja, ich bin ganz ehrlich und offen: ich fand den Text vorher sehr langweilig und uninteressant. Nachdem Herr Voigt mich gefragt hat, ob ich daraus einen Rap schrieben kann, kamen mir dann aber schon Ideen und ich hab’s dann gemacht.
Wie siehst Du den Text jetzt? – Gibt es Veränderungen in Deiner Einschätzung?
Jetzt finde ich den Text doch gut, weil ich gemerkt habe, dass man auch aus Texten, die im Schulbuch stehen, Raps machen kann, damit habe ich nicht gerechnet, deswegen finde ich das cool.
Der Text ist ca. 80 Jahre alt. In Deiner Interpretation wirkt er für nicht so alt. Wie kann das sein?
Weil ich den Beat in eine moderne Richtung gestaltet habe und mit einer jungen Stimme den Text aufgenommen habe, daher kommt einem der Text nicht alt vor.
Kannst Du die Gefühle, die Du in Deiner Interpretation ausdrückst, beschreiben?
Ja, es fällt einen zwar schwer darüber zu sprechen, aber ich kann nur sagen, was ich aufnehme, mache ich immer mit sehr viel Gefühl. Danach fühle ich mich immer gut und befreiter und es ist einfach ein geiles und unglaubliches Gefühl, so was hinzubekommen haben.
Zum Schluss eine abschließende Beurteilung des Prozesses (Annäherung an den Text, Planung, Aufnahme, Produktion usw.) durch den Interpreten:
Ich lerne von Rap zu Rap immer mehr, wie ich die Produktionen das nächste Mal machen will, wie ich mit meiner Stimme anders rüberkommen muss, das lerne ich immer wieder daraus und was ich nie gedacht hätte, hat sich bestätigt: Man kann aus Gedichten aus Büchern was starten, das finde ich richtig geil.
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| Aktualisiert ( Freitag, den 03. April 2009 um 14:18 Uhr ) |
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